Einige Erfahrungen mit, und Fragen zu "Open Source"

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Zuerst möchte ich mich bei Luis Jure bedanken, unserem Gastgeber. Für all die Arbeit, die er sich gemacht hat, uns einzuladen, und dass er mir die Gelegenheit gibt, vor euch, mit euch über ein Thema nachzudenken, das mich immer wieder sehr beschäftigt: Was tun wir eigentlich, wenn wir „Open Source“ oder „Freie“ Software benutzen und entwickeln? In welchen Traditionen stehen wir?

1 Eine Geschichte

Después que don Quijote hubo bien satisfecho su estómago, tomó un puño de bellotas en la mano, y, mirándolas atentamente, soltó la voz a semejantes razones: — Dichosa edad y siglos dichosos aquéllos a quien los antiguos pusieron nombre de dorados, y no porque en ellos el oro, que en esta nuestra edad de hierro tanto se estima, se alcanzase en aquella venturosa sin fatiga alguna, sino porque entonces los que en ella vivían ignoraban estas dos palabras de tuyo y mío. Eran en aquella santa edad todas las cosas comunes; a nadie le era necesario, para alcanzar su ordinario sustento, tomar otro trabajo que alzar la mano y alcanzarle de las robustas encinas, que liberalmente les estaban convidando con su dulce y sazonado fruto. Las claras fuentes y corrientes ríos, en magnífica abundancia, sabrosas y transparentes aguas les ofrecían. En las quiebras de las peñas y en lo hueco de los árboles formaban su república las solícitas y discretas abejas, ofreciendo a cualquiera mano, sin interés alguno, la fértil cosecha de su dulcísimo trabajo.¹

Nachdem Don Quijote seinen Magen gehörig befriedigt hatte, nahm er eine Handvoll Eicheln auf, betrachtete sie nachdenklich und erhob die Stimme zu folgender Rede: „Glückliche Jahrhunderte, glückliches Zeitalter, dem die Alten den Namen des Goldenen beilegten, und nicht deshalb, weil das Gold, das in unserem eisernen Zeitalter so hoch geschätzt wird, in jenem beglückteren ohne Mühe zu erlangen gewesen wäre, sondern weil, die damals lebten, die beiden Worte dein und mein nicht kannten. In jenem Zeitalter der Unschuld waren alle Dinge gemeinsam. Keiner bedurfte, um seinen täglichen Unterhalt zu gewinnen, einer andern Mühsal, als die Hand in die Höhe zu strecken, um ihn von den mächtigen Eichen herabzuholen, die freigiebig jeden zu ihren süßen gereiften Früchten einluden. Klare Quellen und rieselnde Bäche boten ihnen in herrlicher Fülle ihr wohlschmeckendes, kristallhelles Wasser. In den Spalten der Felsen, in den Höhlungen der Bäume hatten die sorgsamen klugen Bienen ihr Gemeinwesen eingerichtet und boten ohne Eigennutz einer jeglichen Hand die reiche Ernte ihrer köstlich süßen Arbeit.“²

Der Magen muss befriedigt sein. Dann kann man über einen gesellschaftlichen Zustand des Glücks reden, an den wir uns zu erinnern scheinen, in Mythen wie dem jüdisch-christlich-islamischen Paradies oder dem goldenen Zeitalter des Ovid. Über einen Zustand, in dem man sich nicht mühen muss, um den täglichen Unterhalt zu gewährleisten. Es ist alles da, man greift nur zu. Klare offene Quellen, und schau mal auf die Bienen und ihr Gemeinwesen, ihre Organisation von Gesellschaft: süße Arbeit.

Der hier spricht ist kein Politiker und kein Wirtschaftswissenschaftler. Er ist ein Narr und Schwärmer, der sich mit einem offensichtlich falschen Wirklichkeitskonzept beständig den Kopf stößt. Er spinnt, der Verrückte, der auf seinem verhungerten Klepper daherkommt und die einfachsten Dinge für etwas anderes hält als sie für den nüchternen Blick, den gewohnten Blick, den allgemeinen Blick sind: Windmühlen sind ihm Riesen, die Barbierschüssel ist ihm der Helm des Mambrin, und verurteilte Galeerensklaven sind ihm Unschuldige. Er hat nur seine Flausen im Kopf, er lebt ohne einige Grenzen, die doch zentral sind für unser Funktionieren. Die Grenze zwischen einer Phantasie und der Wirklichkeit existiert für ihn nicht, selbst wenn er beim Aufprall auf die Wirklichkeit ein paar Backenzähne verliert. Die Grenze zwischen der Welt der Arbeit, in der man vernünftig und berechenbar zu sein hat, und der Welt der „Freizeit“ oder des „Hobbys“, in der man auch ein wenig verrückt sein darf, träumen, spielen, Musik machen oder ausflippen, oder Bücher lesen als Ausflug in eine andere Welt, für eine Zeit, zur Regeneration — auch diese Grenze kennt er nicht; vielleicht weil er als heruntergekommener Adliger gar keinen Begriff von einer Arbeit hat, der eine freie Zeit entgegengesetzt wird. Er geht in Büchern umher als wären sie Wirklichkeit, er geht in der Wirklichkeit umher als wäre sie ein Buch. Und mit ihm geht Sancho Pansa, der den Leib vertritt bei so viel Geistgespinsten, und der nicht zuletzt mitgekommen ist, weil ihm eine Insel versprochen wurde von Don Quijote:

Du musst wissen, Freund Sancho, dass es ein vielfach betätigter Brauch der alten fahrenden Ritter war, ihre Knappen zu Statthaltern der Inseln oder Königreiche zu machen, die sie gewannen, und ich habe mir vorgenommen, dass durch mich ein so preiswürdiges Herkommen nicht in Abgang geraten soll; vielmehr gedenke ich in demselben noch viel weiter zu gehen.³

2 Die Insel

Er ist wirklich weiter gegangen in diesem Brauch. Wir sind hier. Wir sind hier auf einer Insel. Wir sind hier auf einer Insel, die ohne Zweifel Don Quijote einmal Sancho Pansa vermacht haben muss.

Open Source ist eine Insel. Was benutzt du — Ableton Live? Max Msp? Was, Csound? Das geht?

Als ich einmal mit einer Instrumentalistin zusammen ein Stück für Live-Elektronik erarbeitete, fragte sie mich nach dem Programm, was ich da benutze. Ich sagte, es ist ein Programm, das nicht so viele kennen. Ich sagte, es ist mal am MIT entstanden und wird von eine Gruppe von Leuten entwickelt, ohne Geld. Ich sagte, es geht um Teilen und Zusammenarbeiten.

Und das funktioniert?!? — fragte sie.

Wir sind auf einer Insel, die für viele noch nicht einmal auf der Landkarte verzeichnet ist. Ist mit uns das Goldene Zeitalter wieder angebrochen? Sind wir die Bienen, die köstlich