fragen entstehen, und vergehen, in einem prozess.
im komponieren entstehen an jedem punkt des prozesses verschiedene fragen, oft nur eine einzige, die beantwortet werden wollen. wie ist das verhältnis von dieser gruppe von tönen zu jener. gibt es eine gesetzmäßigkeit, oder vielleicht besser, einen modus, eine gestaltungsmöglichkeit, für die nervöse bewegung dieser töne. welchen zusammenklang gibt es hier, und wie verhält er sich zu dem zusammenklang dort. wie ist die zeit für diese pause, welche dauer hat dieser formteil, und vieles anderes mehr. diese fragen stellen sich nicht wie in einem formular, sondern sie entstehen an einem punkt des prozesses. das gibt ihnen wirklichkeit.
werden die fragen aus diesem fluss herausgenommen, werden sie abstrakt. sie verselbständigen sich, und blenden, verblenden gar, statt zu leuchten. sie sind dann abgehoben, getrennt von einem besonderen, als materie erfahrbaren punkt, getrennt von einem körper, der sich immer in bewegung befindet. die frage nach dem sinn des lebens ist solch eine abstraktion, zumindest wenn sie in einer situation gestellt wird, in der nach einer enttäuschung oder nach einer fehlenden befriedigung gefragt werden sollte.
fragen sind zu entdecken und zu entwickeln. sie sind nicht einfach da wie waren in einem kaufhausregal. eine gute frage, an einem punkt, ist eine kostbarkeit, die zärtlich zu schätzen ist.