Csound

Die von Barry Vercoe Mitte der 1980er Jahre am MIT entwickelte, unmittelbar auf die Music N Programme von Max Mathews zurückgehende Audio-Programmiersprache lernte ich Mitte der 1990er Jahre kennen. Parallel lernte ich Open Music (damals noch PatchWork genannt), dann die dahinter stehende Programmiersprache Lisp und benutzte MaxMSP für meine Live-Elektronik Projekte.

Ich mochte, nachdem ich die Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte, das Elementare an Csound. Man nimmt quasi die einzelnen Bytes selbst in die Hand, was zwar die Arbeit oft verlangsamt, aber auch enorme Möglichkeiten der Veränderung auf einer sehr fundamentalen Ebene ermöglicht. Das Alte, oder wie manche meinen Veraltete, nahm ich gern in Kauf und entschied irgendwann, dass ich gern mitwirken wollte, das von Anfang an für alle frei zugängliche und nutzbare Projekt zu verbessern. (Über diesen Weg und dessen politische Implikationen habe ich in meiner Don Quijote Keynote 2017 nachgedacht.) So entstanden verschiedene Beiträge, vor allem zur Dokumentation und zum Lehren/Lernen.


FLOSS Manual

Das umfassende Online-Lehrbuch mit zahlreichen Beispielen entstand in einer ersten Version 2010 als gemeinsame Arbeit von mir, Iain McCurdy und Alex Hofmann. Zusammen mit Iain aktualisierte und ergänzte ich in den folgenden Jahren diese Version (sie sind hier archiviert). 2020 gab es dann eine komplette Umarbeitung der Texte zu Markdown (statt wie bisher das Wiki von flossmanuals.net zu benutzen), die mit Versionskontrolle auf Github gestellt wurden, und eine komplette Neuprogrammierung der Weboberfläche durch Hlöðver Sigurðsson, die dazu führte, dass die Beispiele direkt im Browser ausführbar wurden.

Internationale Csound Konferenz

Von meinem Ex-Studenten und Freund Alex Hofmann kam die Idee zu einer Konferenz, die endlich einmal die internationale Csound Community versammeln würde. Sie wurde von uns 2011 an der HMTM Hannover veranstaltet (-> Programm und Paper -> Videos -> Proceedings). Seitdem hat sich die Csound Konferenz als zweijährige Veranstaltung etabliert (2013 Boston, 2015 Sankt Petersburg, 2017 Montevideo, 2019 Cagli).

CsoundQt

Diese Entwicklungsumgebung für Csound wurde 2007 von Andrés Cabrera geschaffen, um das Erlernen und Benutzen von Csound möglichst leicht zu machen. Durch seinen Aufruf, Beispiele beizusteuern, kam ich dazu. Ich benutze CsoundQt sowohl zum Unterrichten als auch für meine eigenen Stücke. Neben der umfangreichen Beispielsammlung versuche ich daran mitzuwirken, dass wir für CsoundQt ein funktionierendes Entwicklerteam behalten und möglichst viel Unterstützung von den Benutzern bekommen.

User Defined Opcodes

Eine Sammlung von Funktionen, die in der Csound Sprache selbst geschrieben sind und diese quasi als Bibliothek erweitern, unter anderm zu arrays, buffers, soundfiles oder tables.

Jupyter Notebooks

An der Csound Python API Implementierung von François Pinot, die es ermöglicht, Csound in einem Jupyter Notebook auszuführen, habe ich mich mit verschiedenen Beispielen im cookbook beteiligt. Für die Linux Audio Conference 2020 entstand ein Video dazu.

Inscore

Für die von Dominique Fober am Grame in Lyon entwickelte Software für interaktive Partituren habe ich Beispiele für eine Csound Schnittstelle geschrieben:
-> Quellen / Repository
-> Videos als Einführung: I Installation   II Beispiele

Bücher

Csound — A Sound and Music Computing System (Hauptautor Victor Lazzarini), Springer 2017
Ways Ahead, Proceedings of the First International Csound Conference, Cambridge Scholars 2013