Sopran und Live-Elektronik

Nach einem Madrigal von Carlo Gesualdo

Als Auftragswerk der Schola Heidelberg zu einem Projekt der Neukomposition von Madrigalen Gesualdos entstanden, knüpft dieses Stück vor allem an dessen besondere Tonalität an. Die beiden „Schnittstellen“, Anfang und Ende des originalen Madrigals — das von meiner Version umgeben wird —, bilden die Quelle aller Zusammenklänge, die in meiner Version vorkommen. Die Analyse des Anfangs („s'io non miro non moro“) ergibt elf verschiedene Tonhöhen pro Oktave — kein einziges Intervall entspricht dabei der gleichschwebenden Temperatur. Am Ende („e'l morir morte“) gibt es gar vierzehn verschiedene Tonhöhen in der Oktave — darunter „Mikrotöne“ jeder Art (vgl. den Anhang zur Partitur). Die Live-Elektronik macht es möglich, mit diesen Intervallen sehr genau zu arbeiten. Die Sängerin ist nie „allein“, sondern wird stets in einen vier- bis fünfstimmigen Akkord transponiert. Sie ist sozusagen nur zu hören durch die Maske der Elektronik. Hinzu treten andere, meist perkussive Klänge, die alle live erzeugt werden.

Auf der folgenden Produktion (2014) mit Angela Postweiler (Sopran) und Hwa-Kyung Yim (Keyboard) tritt eine Montage des Gesualdo-Madrigals zwischen die beiden Hälften meiner Neukomposition.

Partitur A4

Partitur A3

Kommentar zur Partitur

Programmtext